Lebensraum Bach

Flüsse, Bäche und Auen beherbergen im naturnahen Zustand mehr als ein Zehntel der heimischen Tier- und Pflanzenwelt. Die Strömung sorgt für einen stetigen Stoffaustausch und verändert das Ufer des Gewässers ständig, wodurch sich auf kleiner Fläche eine Vielzahl von Lebensräumen entwickeln kann. In der Strömung selbst halten sich nur vergleichsweise wenige Tierarten auf, vor allem Fische und Amphibien. Die weitaus meisten Tiere kommen an und in der Gewässersohle vor, z.B. im Strömungsschatten von Steinen, Totholz und anderen Hindernissen. Größte Bedeutung für das Leben im Fließgewässer hat das Innere des Gewässerbettes, das ständig von Wasser durchströmt wird und natürlicherweise aus Kies oder Sand besteht. Die Räume zwischen diesen Körnchen, das sogenannte Substratlückensystem, werden auch als Interstitial bezeichnet. Das Interstitial ist der am dichtesten besiedelte Bereich des Gewässers.

Vertreter fast aller Tiergruppen der Fließgewässerfauna verbringen hier im Verborgenen bis zu einer Tiefe von etwa 50 cm zumindest einen Teil ihres Lebens – die empfindlichen Jugendstadien einiger Insekten und kieslaichender Fischarten genauso wie die jungen Flussperlmuscheln.